#95 Tim Bendzko über Neuanfänge, Loslassen und warum Zurück keine Option ist!

Shownotes

Tim spricht über das Schreiben als Befreiung, über große Veränderungen, Unsicherheit, Loslassen und darüber, warum ehrliche Songs nicht immer leicht, aber notwendig sind. All das hört ihr in dieser Ausgabe der Plattenküche.

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00:00:01:

00:00:09: Tim Bensko ist zu Gast endlich mal wieder.

00:00:11: Zwei Jahre hat er sich Zeit gelassen.

00:00:14: Nach April für sein neues Studioalbum.

00:00:16: alles nur nicht zurück.

00:00:18: Und ich weiß, du bist immer schon Mensch gewesen, der nach vorne geschaut hat, oder?

00:00:21: Auf jeden Fall.

00:00:22: Also nach vorne, ja.

00:00:23: Vor allem aber versuche ich natürlich eben hier und jetzt erst mal zu sein.

00:00:26: Ich bin einfach kein großer Freund von dem nostalgischen Aspekt.

00:00:30: der Vergangenheit.

00:00:31: Also ich glaube schon, man muss nicht mit seiner Vergangenheit beschäftigen, sowohl mit den hoffentlich positiven Sachen, die man so erlebt hat.

00:00:37: Natürlich auch mit den negativen Sachen, der Hoffnung daraus vielleicht ein bisschen was zu lernen, weil man, ich zumindest möchte Fehler ungerne immer zweimal oder zehnmal machen.

00:00:47: Aber ja, nur da vorne ist auch nicht die Lösung, glaube ich.

00:00:49: Am Ende muss man schon versuchen, auch mal auf dem hier und jetzt zu sein und im Moment zu sein, wie man ja so schön sagt.

00:00:57: Wir hören jetzt gleich den Albumtitel von dir, alles nun nicht zurück.

00:01:01: Ist das Schreiben dieser Songs, Tim, für dich eher ein Befreiungsakt gewesen oder ein Abhaken von alten Themen?

00:01:08: Sag ich mal so.

00:01:08: Das hat eher was geöffnet, habe ich den Eindruck.

00:01:12: Mir ist der Titel eingefallen, als ich in einem Restaurant saß und auf so eine Schaufensterscheibe geguckt habe.

00:01:17: Dann stand da alles nur keine Trockenblumen.

00:01:19: Und ich habe irgendwie gefühlt, jetzt kommt da gar nicht der Albumtitel.

00:01:22: Eine Sekunde später ... war diese Zeile alles noch nicht zurück da und ich hatte sofort so ein Gefühl dafür, was das irgendwie mir sagen will.

00:01:31: Und es war eher, es hat eher was geöffnet, es hat mir irgendwie beim Schreiben, hatte ich das Gefühl, es fällt mir sehr leicht, ungefiltert zu schreiben, was da so in mir aufkommt.

00:01:40: Auch wenn der Song sich ja mit einer großen Unsicherheit eigentlich beschäftigt, weil man irgendwie nach einer großen Krise, also nach einer großen Krise oder in einer großen Krise auf völlig neuem Terror ankommt und jetzt irgendwie versucht, da klarzukommen.

00:01:55: Und die Vergangenheit natürlich so ein bisschen an einem Zert.

00:01:57: Und irgendwie sagt, pass auf, hier kennst du alles, hier ist alles sicher.

00:02:01: Und aber eben diese Erkenntnis, dass diese vermeintliche Sicherheit ein Trugschluss ist.

00:02:05: Und eigentlich nur macht, dass man in alte Wuster zurückverfällt.

00:02:08: Und dann irgendwie die gleichen Fehler nochmal macht.

00:02:10: Das war der totale Befreiung.

00:02:14: Und von da an war es dann wirklich ... Ja, ich will nicht sagen, leicht die Songs zu schreiben.

00:02:19: Aber es war zumindest ein sehr fließender Prozess, der jetzt nicht irgendwie ... Also ohne irgendeine Schreibblockade ausgekommen ist oder irgendwie ich jetzt eine große Fragezeichen hatte, was da jetzt als nächstes kommt.

00:02:31: Meistens hat sich immer das eine aus dem anderen ergeben.

00:02:34: Wann war dir klar, Tim?

00:02:35: Alles nun nicht zurück gehört aufs Album und von mir aus bitte auch ganz weit nach vorne?

00:02:40: Ja, eigentlich schon bevor ich den geschrieben habe.

00:02:43: Als mir diese Zeile eingefallen, es war sofort klar, so heißt das Album.

00:02:47: Das ist der Rahmen, sage ich jetzt mal, in dem diese Songs... passieren werden.

00:02:52: Und das war auch von der Sekunde an klar, dass ich ungefiltert schreiben will, was ich da so fühle.

00:02:58: Und auch wenn da vielleicht das ein oder andere Thema hochkommt, was jetzt nicht das allerheiteste ist, dann muss das geschrieben werden.

00:03:06: Und ich werde dann nicht auf Teufel kommen raus, irgendwie versuchen, innerhalb der Songs das immer ins Positive zu drehen.

00:03:13: So, weil ich wusste, es werden auch Songs kommen.

00:03:15: die von sich aus einfach positiver sind, weil ich einfach gespürt habe, okay, ich schreibe jetzt die Songs, während ich durch eine große Veränderung durchgehe.

00:03:23: Also, sie sind jetzt nicht exakt in der Reihenfolge geschrieben worden, wie sie auf dem Album sind, aber schon, das ist wirklich sehr nah dran.

00:03:29: Und die gehen ja dann so einzeln eigentlich so die einzelnen Phasen von so einem.

00:03:33: Ja.

00:03:34: Entwicklung oder großen Veränderungen durch.

00:03:35: Die

00:03:36: Plattenküche heute mit Tim Bensko.

00:03:37: Das neue Studioalbum ist da.

00:03:38: Alles nur nicht zurück.

00:03:41: Titletrack haben wir eben gehört.

00:03:43: Und ja, du hast das ein bisschen angesprochen.

00:03:45: Es war einiges los im Hause Bensko.

00:03:48: Und das ist auch für uns Moderator.

00:03:49: Auch nicht immer so einfach.

00:03:51: Viele sehen es natürlich anders, weil sie dann die Zeitung mit dem berühmten Buchstaben den kurzen im Bild haben.

00:03:55: Ich habe das immer so gehandhabt, dass uns private Sachen von den Künstlerinnen und Künstlern nichts angehen.

00:03:59: Wir sprechen über die Musik.

00:04:00: Und ich kann mir auch vorstellen, das war wahrscheinlich auch für dich nicht ein... einfach über diese traurige Tatsache zu schreiben?

00:04:07: Oder war das ein Art Verarbeiten auch für dich?

00:04:09: Also erst mal ist es so, dass ich ja auch weiterhin nicht öffentlich darüber spreche über mein Privatleben.

00:04:14: Mir war es einfach wichtig für diesen einen Song, weil das offensichtlich war, der Auslöser war für diesen Song oder was auch der Rahmen ist, der zu dem Song geführt hat, einfach das so ein bisschen zu frame'n, um mir einfach Nachfragen zu ersparen.

00:04:30: Weil ich hatte das vorher schon in einem oder anderen Interview, das dann irgendwie immer so versucht wurde, das ein bisschen zu Piesacken auf diesen Song bezogen, und ich dann da sehr drum herum geschwommen bin.

00:04:41: Und ich hatte den Eindruck, dass wenn ich einmal das ausspreche und sage, ja, das ist so, das statt der schon ein Jahr vorher in den Zeitungen, ohne dass ich da irgendwas zu beigetragen habe.

00:04:51: Aber wenn ich das einmal ausspreche, dann kann ich halt super gut auch über diesen Song sprechen und sagen, was mich dazu bewegt, den zu schreiben und was meine Gefühle sind.

00:04:59: Ich spreche nicht darüber, wie das eben für andere Beteiligte ist, weil ich auch einfach finde, dass ich das nicht gehört.

00:05:06: Und es ist für mich eben ein Riesenunterschied zwischen privat und persönlich.

00:05:10: Es wäre eben privat, wenn ich da im Detail jetzt irgendwie, keine Ahnung, darüber sprechen würde, wie das jetzt zu dieser Trennung kam und wer da jetzt welchen antrennt.

00:05:18: Es passiert alles nicht, weil ich das, wie gesagt, einfach nicht richtig finde.

00:05:21: Aber ich kann darüber sprechen, wie sich das für mich anfühlt, weil das ein Riesen-Einschnitt ist.

00:05:26: Und es ist eigentlich nicht so, dass der Song Also dieser Song im Konkreten jetzt irgendwie eine Trennung verarbeitet, sondern es ist eigentlich so ein paar Schritte danach.

00:05:33: Also das ist eigentlich so der Moment, in dem man feststellt, ja warte mal, das war zwar alles jetzt irgendwie sehr, sehr schmerzhaften, es ist vielleicht auch immer noch, aber vielleicht schafft man es irgendwie zu erkennen, dass diese Verbindung ja trotzdem für einen super wichtig war.

00:05:46: Ich glaube, alle Beziehungen, die wir so haben in unserem Leben, egal ob das jetzt irgendwie eine Freundschaft ist, eine Liebesbeziehung, eine Affäre, eine eher berufliche Beziehung.

00:05:56: die machen uns zu den Menschen, die wir sind.

00:05:58: Und das ab dem Moment zu verleugnen, in dem man feststellt, dass jetzt die gemeinsame Reise nicht mehr auf die gleiche Art und Weise weitergeht, wie man sich das gewünscht hätte, finde ich einfach nicht richtig.

00:06:09: Ich finde, dass das Wert ist, dafür zu kämpfen, diese Verbindung zu erhalten.

00:06:17: Auch wenn, wie gesagt, wahrscheinlich der gemeinsame Weg ändert.

00:06:22: Und das ist eigentlich so.

00:06:23: die ... Das ist keine Erkenntnis, die einem ... am Tag von der Trennung kommt, sondern das braucht, glaube ich, ein bisschen Zeit, bis man das schafft.

00:06:31: Kopf hoch ist der nächste Sorgen, den wir uns anhören aus deinem neuen Studioalbum.

00:06:35: Alles nur nicht zurück.

00:06:37: Es ist ja ein Satz, den man ja ständig hört, aber selten ernst gemeint.

00:06:42: Warum war es dir wichtig, diesen Satz nicht als Floskel, sondern als Haltung zu besiegen, wenn ich es richtig verstanden habe?

00:06:49: Ja, also, es gibt ja so ganz viele Sätze oder so Sprichwörter, Floskeln.

00:06:56: Die gut klingen.

00:06:58: Aber wenn man darüber nachdenkt, dich so richtig sind.

00:07:03: Zum Beispiel, Fragen kostet ja nix.

00:07:04: Das finde ich einer meiner Lieblingssachen.

00:07:07: Das ist faktisch richtig.

00:07:11: Aber das heißt nicht, dass man seinen Verstand ausstellen darf.

00:07:15: Man darf schon mal darüber nachdenken, ob man eine Familie, die beim Essen sitzt, ob man dazu geht, um zu fragen, ob man nicht mal ein Foto mit einem an kann.

00:07:22: Beispiel.

00:07:22: Das ist ja ein Beispiel.

00:07:24: Der Satz so ... Eigentlich sagt man ja Augen zu und durch.

00:07:28: Das finde ich einfach nicht richtig.

00:07:29: Es ist nicht in meiner Haltung.

00:07:31: Ich bin großer Fan davon, dass man die Situation, wie sie ist, anerkennt.

00:07:36: Und nicht einfach blind optimistisch nach vorne geht.

00:07:40: Also, sich Dinge schönreden, ist nicht mein Ding.

00:07:43: Ich finde, man darf die Dinge nehmen, als das, was sie sind.

00:07:46: Und ja, dann ist es manchmal nicht so leicht, einfach nach vorne zu blicken und weiterzugehen.

00:07:52: Manchmal hilft ... muss man halt versuchen, einfach links und rechts alles auszublenden und einfach einen Fuß voll den anderen zu setzen.

00:07:58: Und das war eben auch zeitweise mein Gefühl in den letzten zwei, drei Jahren, so irgendwie ... ja, ich das Gefühl hatte, ja, irgendwie so richtig eine Perspektive ist da jetzt eigentlich nicht da.

00:08:10: Aber irgendwie hat mein Bauchgefühl mir gesagt, das muss man, glaub ich mal, gerade einfach ignorieren, was das Wort ist.

00:08:16: Manchmal muss man das ausblenden und einfach Blick nach vorne richten und weiterlaufen.

00:08:21: Die

00:08:21: Blattenküche heute mit Tim Bensko, das neue Studioalbum ist da.

00:08:25: Alles nur nicht zurück heißt es.

00:08:27: Und lass uns jetzt bitte, Tim, auch natürlich ein bisschen über die Arbeit im Studio sprechen.

00:08:32: Du hast gesagt, zwei Jahre habt ihr euch dafür Zeit genommen.

00:08:36: Es gibt ein bewährtes, ein tolles Produzententeam, auf das du schon die letzten Jahre natürlich immer schon gerne zurückgreifen konntest.

00:08:45: Es hat sich aber der Sound, finde ich, ein bisschen geändert von Tim.

00:08:47: Ich habe jetzt mit den ... beiden Truva Jungs mit Timothy und Bene.

00:08:52: Wir haben es seit Filter, also seit meinem vierten Album arbeiten wir zusammen.

00:08:58: Ja, das hat sich irgendwie so ein bisschen, haben wir so unsere Arbeitsweise gefunden, die relativ spezielles, glaube ich, weil ich einfach, wenn ich eine Idee zum Song habe, rufe ich die beiden an und versuche irgendwie relativ bildhaft, den diese Idee zu schildern.

00:09:11: Und dann machen die die Musik dazu.

00:09:12: Und es ist einfach eine hundertprozentige Trefferquote.

00:09:15: Also auch den, wir haben für dieses Album wirklich genau zwölf Songs gemacht.

00:09:18: Und die Instrumentals sind immer genau die gewesen.

00:09:21: Also, das ist nicht noch mal irgendwie irgendwas wild geändert worden.

00:09:24: Ist vielleicht noch mal was ergänzt worden, aber im Kern waren es immer Volltreffer.

00:09:28: Und ja, es klingt ein bisschen anders als das Album, glaube ich, aber es ist kein ... Wenn man sich da gesessen und uns überlegt, wie das klingen soll, sondern es ist eher ein Regeln wegnehmen.

00:09:36: Es gibt keine Grenzen, es gibt keine, oh, wie klingt dem Benzco eigentlich?

00:09:39: Und dann müssen wir jetzt wieder so klingen.

00:09:42: Sondern das Sound kommt komplett über die Themen.

00:09:44: Und über die Bilder ... die ich für diese Themen im Kopf habe.

00:09:48: Und zum Beispiel alles zurück, war ihm der erste Song, da hab ich einfach so eine Wüste vor mir gesehen.

00:09:52: Also, wie als wäre jemand auf den Mars angekommen und weiß nicht so richtig, wie er jetzt mit der neuen Lebenssituation umgehen soll.

00:09:59: Und mit diesem Bild im Kopf ist es dann fast automatisch einfach ein bisschen elektronischer geworden, um so ein bisschen, ja, diese ... so ein warmes Bett einfach zu haben, in dem sich das reinlegen kann.

00:10:10: So, weil ich das auch alles sehr farben und ... Also das Album ist vom Sound her, das sage ich jetzt, hat sich zum ersten Mal im Satz, finde ich ganz witzig, ist es sehr orange.

00:10:21: Also es ist nicht nur das Artwork ist relativ orange, sondern auch der Sound ist sehr orange, weil ich das immer sehr wüstig, ich habe immer sehr viele wüsten Landschaften vor mir gesehen.

00:10:29: Und darüber kam eigentlich der elektronische Rethand.

00:10:32: Ankommen, nächste Sorge, den wir hören, klingt ja nach einem Zustand, auf den viele, ja, hinarbeiten, aber kaum jemand, finde ich, erreicht den.

00:10:40: Was bedeutet Ankommen für dich persönlich?

00:10:42: Ich hatte aber auch lange das Gefühl, dass ankommen, was irgendwann am Ende von einem Weg passiert und dass man dann total zufrieden ist, im Frieden mit sich und allem, nie wieder Probleme hat und alles ganz Leichtes.

00:10:55: Aber ich glaube, dass ankommen eher im besten Fall eine Zwischenstation ist oder eigentlich ein Prozess ist.

00:11:03: Ich hab viel außerhalb von mir nach Anerkennung gesucht und nach Erfüllung und genau nach diesem Gefühl von angekommen sein.

00:11:09: Aber das, was immer passiert ist, dass wenn man auf so eine Reise geht, dass man irgendwann bei sich selber ankommt und feststellt, dass alles auf dem Weg einen nur selber gespiegelt hat.

00:11:18: Im besten Fall lernt man was, um sich selber weiterzuentwickeln.

00:11:20: Dann hat man immer wieder mal das Gefühl, jetzt bin ich der Mensch, der ich sein will.

00:11:25: Aber das ist eine temporäre Sache, weil dann geht man wieder los auf die nächste Reise.

00:11:29: Ich hatte für mich das Gefühl, so ganz typisch eigentlich zum Vierzigsten, dass das jetzt mal ein bisschen größer war, war ein bisschen mehr.

00:11:37: Aber ich fach mir jetzt keine Illusion, dass das wieder losgeht.

00:11:40: Also mal im Kleinen, mal im Größeren.

00:11:43: Das ist das Leben.

00:11:43: Das besteht daraus aus Etappen und Veränderungen.

00:11:47: Die Plattenküche heute mit Tim Bensko.

00:11:49: Das neue Album ist da alles nur nicht zurück.

00:11:52: Und es gibt das Album natürlich zum Downloaden.

00:11:54: Es gibt auch eine Wilde wahrscheinlich auch, oder?

00:11:57: Es gibt auch eine wunderschöne, orangene Marble-Vinyl.

00:12:00: Mit Booklet.

00:12:01: Oh

00:12:02: wow.

00:12:02: Das ist wirklich sehr schön.

00:12:03: Ich bin mir sicher, dass der Tim dann irgendwann noch eingesperrt wurde im Keller und er musste noch sechstausend Stück signieren für Julia, für Andrea, für... Andreas.

00:12:13: Ich habe tatsächlich alle vorbestellten Alben, also sowohl Digi Packs, Divinule, da gibt es noch so eine Special Edition, das ist ein Buch mit nochmal auch eine andere Version von dem Album drin.

00:12:26: Ich habe alle signiert und dann habe ich online gepostet, dass ich alle signiert habe, die vorbestellt sind, mit dem Ergebnis, dass ich jetzt nochmal dahin fahren muss

00:12:34: und

00:12:35: nochmal welche unterschreiben muss, weil es nicht gereicht hat.

00:12:39: Wir haben

00:12:39: angekommen, gehört.

00:12:41: Der Gegensatz zu angekommen ist, glaube ich, alles in Bewegung und das ist auch die Single.

00:12:46: Ja, am Ende sind es eigentlich.

00:12:47: tatsächlich war, dass unsere erste Single angekommen ist jetzt quasi die zweite, weil das irgendwie auch so thematisch durch die Songs, die wir veröffentlicht haben, irgendwie ein schöner Abschluss ist.

00:12:58: Und ja, für mich ist es eigentlich nicht so, dass die beiden Songs sich in dem Sinne widersprechen, sondern ... angekommen ist eben so ein bisschen immer die Zwischenstation, wenn alles in Bewegung ist.

00:13:11: Also, alles in Bewegung ist ein Song, der so den Moment festhält, in dem man anerkennt, dass das offensichtlich dazugehört, dass das Leben ein Hin und Her ist und nicht einfach ein stetiges, entspanntes Etwas.

00:13:28: Für mich, wenn man sich so ein bisschen die Frage stellt, was ist eigentlich der Sinn von unserem Dasein hier, dann geht es darum, dass wir ... aus dieser Erfahrung, die wir hier auf diesem Planeten sammeln, das Beste machen und uns im besten Fall irgendwie weiterentwickeln.

00:13:42: Und das wird nicht passieren, indem wir auf der Stelle stehen, sondern dafür muss sich alles bewegen.

00:13:48: Und da geht das natürlich auch mal nicht, jeder Schritt geht in die richtige Richtung.

00:13:52: Aber irgendwie hat man sich das so bildlich vorstellt, jeden Schritt, den ich gehe, egal ob der jetzt nach vorne ist, nach zur Seite oder vielleicht auch mal ein paar zurück, macht ja trotzdem, dass ich mich von meinem Startpunkt entferne.

00:14:05: Und ist deshalb erst mal, glaube ich, gut.

00:14:07: So.

00:14:07: Das gehört also zu so einer Reise dazu, dass man halt nicht... Es ist halt einfach keine gerade Linie.

00:14:13: Tim Bensko ist mein Gast mit seinem neuen Studioalbum Alles Nur Nicht Zurück.

00:14:18: Die Songs sind natürlich im Kasten, auf der Festsplatte und alles ist fein.

00:14:22: Hast du jetzt ein bisschen Abstand dann von den Songs?

00:14:25: Tatsächlich

00:14:26: ist es witzig, weil die Art und Weise, wie ich Song schreibe, macht automatisch, dass ich sie gar nicht so oft höre.

00:14:32: Also natürlich beim Schreiben... Hör ich den ganzen Tag rauf und runter immer und immer und immer wieder.

00:14:37: Aber dadurch, dass ich beim Schreiben auch alles gleich einsinge und es keinen klassischen Studio Moment gibt, in dem ich dann noch mal ins Studio gehe und noch mal alles einsinge, hab ich eigentlich immer relativ schnell so eine Distanz zu den Songs.

00:14:51: Ist dann eher dann so, wenn ich sie fertig habe, dass dann so ein halbes Jahr später, wenn die dann gemischt werden, dann muss man die immer noch mal hören.

00:14:58: Und das finde ich aber auch ein schönen Moment, weil man dann immer noch mal so auch das Bauchgefühl hören kann.

00:15:02: findet man das eigentlich alles gut, wie es ist.

00:15:04: Und jetzt dann so, das Album ist ja schon seit dem Jahr fertig.

00:15:08: Und während ich jetzt aber so unterwegs bin und so Promo für die Songs mache, höre ich die ja gar nicht so oft.

00:15:13: Aber ich bin eigentlich eher sehr in diesen Songs gerade drin, weil ich so auf meinen sozialen Kanälen einfach versucht habe, so einen Weg zu finden.

00:15:22: Wie kann ich da ja Content machen, ohne dass das irgendein platter Wahnsinn ist, Social Media lebt ja eigentlich davon, dass man irgendwelche Trends nachmacht.

00:15:33: Und das ist überhaupt nicht mein Ding.

00:15:35: Also habe ich angefangen zu gucken, vielleicht kann ich irgendwie so Themen aus den Songs rausnehmen und darüber ein bisschen sprechen, da irgendwie so in die Tiefe von diesen Songs gehen.

00:15:43: Und das macht irgendwie eher, dass ich eine ganz andere, ganz andere Bezug zu den Songs habe, weil ich irgendwie nicht einfach nur einen Track-by-Track aufnehme für irgendeinen Streaming-Dienst, sondern mich wirklich nochmal auch mit diesen Songs auseinandersetzen musste, inhaltlich.

00:15:58: Und das finde ich irgendwie ganz schön.

00:15:59: Es ist mir noch nie so leicht gefallen, in Interviews über einzelne Songs zu sprechen, weil ich mich wirklich mit diesen Themen einfach beschäftigt habe und beschäftige in den letzten zwei

00:16:09: Jahren.

00:16:09: Und der nächsten Titelsong, den wir uns anhören, ist auch ein toller Song, finde ich.

00:16:13: Wir heißt er.

00:16:14: Du hast ja auch das ein oder andere schon heute in der Sendung angesprochen von unserer Gesellschaft und so weiter.

00:16:19: Ist wir in der heutigen Zeit Tim einfacher oder schwieriger als früher?

00:16:23: Ja, das ist auf jeden Fall schwieriger bei uns an allen Ecken.

00:16:27: suggeriert wird durch Politik, aber auch durch Medien, die das einfach übernehmen, auch soziale Medien, die sehr davon leben, dass wir eben voneinander Angst haben sollen und dass wir uns am besten sehr weit voneinander wegstellen sollten, damit wir nicht ja miteinander sprechen können.

00:16:45: Wir wandern irgendwie alle so in die Extreme.

00:16:46: Und wenn man sich das auch wieder bildlich vorstellt, ist dann schwierig miteinander zu sprechen.

00:16:50: Da kann man dann im besten Fall nur noch sehr laut miteinander sprechen.

00:16:54: Und irgendwann ist es so, dass man es nur noch werfen kann.

00:16:56: gar nicht mehr sprechen kann, weil man so was auseinander ist.

00:16:59: Und ja, ich finde das auf dem Album, finde das irgendwie, das ist ja der letzte Song auf dem Album, der das irgendwie abrundet.

00:17:04: Das Album fängt sehr alleine an.

00:17:07: Da ist jemand irgendwie sehr alleine, sehr isoliert und versucht so seinen Weg zu bahnen und endet dann irgendwie durch die letzten Songs und dann vor allem durch wir eher in so einem Gemeinschaftsgefühl.

00:17:18: Der Song im Speziellen geht es ja irgendwie so ein bisschen darum, dass man selber das Gefühl hat, man ist vielleicht anders.

00:17:25: Und passt nicht in die Norm.

00:17:27: Da wird man gesellschaftlich sehr dahingetrieben, dass man sich gefällig verändern sollte.

00:17:33: Der Druck durch soziale Medien ist riesig, dass man sich fragt, ob ich richtig bin.

00:17:39: Der Song versucht genau, zu sagen, du bist richtig, wie du bist.

00:17:43: Vielleicht ist es eine Frage von Geduld und Durchhaltevermögen, bis man die Menschen trifft, die einen so nehmen, wie man sind.

00:17:50: Es gibt Ziel.

00:17:51: Ich will keine von mir reden.

00:17:53: Ich hatte immer das Gefühl, eher irgendwie ein bisschen anders zu ticken als meine Mitschüler oder meine Mitmenschen.

00:18:01: Und ja, keine Ahnung, ich hab in den letzten Jahren einfach sehr erfahren, dass es Menschen gibt.

00:18:05: Du wirst irgendwann Menschen finden, die dich genau so nehmen und vielleicht auch genau den gleichen Splien haben.

00:18:12: Ich glaube, es ist einfach eine Frage der Geduld.

00:18:14: Und dann ist am Ende, ich glaube, sehr viel glücklicher sein, wenn man sich da treu geblieben ist und nicht sich verbogen hat, um dazu zu gehören.

00:18:21: Die Blattenküche heute mit Tim Bensko, das neue Studioalbum ist da.

00:18:25: Alles nur nicht zurück heißt es.

00:18:27: Du musst ja dann auch immer so ein bisschen die Hose runterlassen.

00:18:30: Ja, wenn man dann Texte, deswegen verstehe ich, dass du sagst, dass die Musik dann natürlich logischerweise und die Texte dann auch eine Befreiung sein kann.

00:18:38: und Prost in Anführungszeichen.

00:18:39: Klar, keine Fragen.

00:18:40: Am Ende ist es natürlich, wenn man selber Song schreibt, wie das bei mir seit dem ersten Tag der Fall ist, das sind immer persönliche Themen, die man da schreibt.

00:18:50: Miss ist ja schon ein Anliegen meiner Songs, also dass die eine Emotion einfangen, die ich irgendwie hatte und dieses Gefühl transportieren.

00:18:59: Aber sie sind schon auch mit Absicht, lassen sie den Raum, dass man da seine eigene Geschichte drüber schnüpfen kann.

00:19:07: Und deshalb fühlt sich das immer für mich gar nicht so an, dass ich da jetzt irgendwie so unendlich viel Preis gebe, weil am Ende hat keiner eine Ahnung, was in meinem Leben auslöst.

00:19:15: Und wenn ich so höre, was die Leute so in Songs reininterpretieren, das ist dann immer schon auch sehr spannend.

00:19:19: Und das finde ich auch gut.

00:19:21: Also, zum Beispiel, alles noch nicht zurück.

00:19:23: Da hab ich beim Schreiben jetzt wirklich in keiner Sekunde an eine Beziehung gedacht.

00:19:27: Das ist für mich... Aber das lässt natürlich den Raum dafür, dass andere das tun.

00:19:32: Da haben wir sehr viele Menschen geschrieben, als der rauskam, dass das irgendwie, dass die natürlich davon ausgeht, dass es um eine Beziehung geht.

00:19:38: Aber es sagt halt immer mehr über den hörenden aus.

00:19:42: als er über denjenigen ja den Song geschrieben hat.

00:19:45: Aber wie gesagt, das finde ich eine super Sache.

00:19:47: Deshalb schreibe ich die Songs ja so, wie sie sind.

00:19:49: Es

00:19:50: ist ja schön, wenn die ja Menschen noch schreiben in der heutigen Zeit.

00:19:55: Aber immer weniger händisch, immer weniger händisch.

00:19:58: Die Sachen, die ich händisch geschrieben kriege, das sind immer so generische, bei denen Autogrammsammler so tun, als wären sie ein riesen Fan.

00:20:06: Das war sehr lustig, weil das ist immer der gleiche Text von hundert verschiedenen Leuten.

00:20:10: Schreibst du noch in Schreibschrift ab und zu oder bist du... Mehrwert.

00:20:14: Es ist wirklich sehr viel mehrwert, weil ich... Also keine Ahnung, ich bin mehr nervt, dass immer mehr ständig irgendwie vor irgendeinem technischen Gerät zu sitzen.

00:20:22: Deshalb habe ich hier morgens... Ich setze mich als erstes hin und schreibe erstmal ein paar Sachen auf, die mir durch den Kopf gehen und es hilft mir auch total dabei, nicht ständig drüber nachzudenken, was ich alles noch zu machen habe, indem ich das einfach mal aufschreibe.

00:20:36: Das mach ich händisch.

00:20:38: Ich hör seit ein paar Jahren wieder Schallplatten, weil das keine Ahnung, ist einfach ein anderer Akt, wenn man das bewusst aufliegt und nicht einfach so schnell im Handy irgendeine Playlist anmacht.

00:20:49: Natürlich nicht nur, aber es wird immer mehr, weil ich das, was mit den Händen machen, irgendwie doch schöner als alles nur auf dem Bildschirm.

00:20:57: Die Plattenküche heute mit dem Benzco, das neue Album heißt alles nur nicht zurück.

00:21:02: Eine Frage, die kommen muss, physisch als du zum ersten Mal ... gefühlt in der Anführungszeit das Baby, das Cover, die Venyl oder die CD in der Hand gehalten hast, das sechste Album.

00:21:11: Was hat das mit dir gemacht?

00:21:13: Ach, der ganz große Zufriedenheit ist da in mir aufgekommen, weil ich das alles super rund finde.

00:21:19: Rund, aber in Verbindung damit, dass es halt überhaupt nicht verkopft ist.

00:21:24: Und das war so ein bisschen eigentlich meine Prämisse, das alles sehr nach dem Bauchgefühl zu machen und da jetzt nicht mehr irgendwelche wilden Sachen auszudenken.

00:21:31: Und wir hatten zum Beispiel das Album Artwork, war eigentlich ein sehr verkopftes, da haben wir irgendwelche Sachen versucht, miteinander zu verbinden, so verschiedene Welten und so.

00:21:40: Wichter drei Tage lang, als das eigentlich schon fertig war, immer hat ich immer das Gefühl, das ist nicht richtig.

00:21:44: Und schlussendlich habe ich es dann einfach selber geändert, weil mein Grafiker konnte gerade nicht.

00:21:49: Und wenn ich das jetzt so sehe, wie rund das irgendwie alles ist, wir haben halt so ein Buch auch dazu gemacht und so.

00:21:54: Das ist alles, passt alles so gut zusammen und ist einfach so stimmig, ohne dass ich da jetzt irgendwie eine Stunde oder Wochen lang ... mit hundert Leuten von einem Reisbrett saß.

00:22:04: und deshalb finde ich es einfach superorganisch und schön und glaube, dass man das auch hört und sieht, dass das Album nichts will und nichts Kopflastiges ist.

00:22:14: Deshalb bin ich super zufrieden

00:22:15: damit.

00:22:16: Zu verschieden.

00:22:16: Nächste Song von Tim Bensko hier.

00:22:18: Heute in der Platten Küche auf Donau drei FM.

00:22:21: Ja, meine Lieben, leider gehen so schnell mit unserem Tim Bensko heute zu Ende.

00:22:24: Das ist ja unglaublich, was er uns heute alles erzählt hat.

00:22:28: Lass los, ist der nächste Song.

00:22:30: Wann hast du das letzte Mal das Gefühl gehabt, als du dich wirklich losgelassen hast?

00:22:36: Oh, das habe ich tatsächlich seitdem ich den Song geschrieben habe, relativ häufig.

00:22:40: Oh, cool.

00:22:40: Das ist, glaube ich, der schwierigste, wenn im Leben Dinge nicht so laufen, wie man sich das vorgestellt hat.

00:22:44: Also, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden und da eben einfach mal nicht daran zu klammern.

00:22:50: Es ist irgendwie wichtig, das festzustellen, dass loslassen nicht fallen lassen ist.

00:22:55: Da geht es wirklich nur darum.

00:22:57: Man kann immer noch was halten, aber nicht sich daran zu klammern.

00:23:01: Das ist was mir immer leichter fällt.

00:23:04: Es ist nicht super easy, aber es fällt mir immer leichter, mich auf neue Situationen einzustellen, als das zu nehmen, was sie sind und die neuen Herausforderungen anzunehmen.

00:23:15: Wir freuen uns, dass du neue Songs geschrieben hast, dass die jetzt da sind, dass wir dir hören können, dass das Baby jetzt geboren ist, sozusagen.

00:23:22: Lass los, letzte Song.

00:23:24: Dir viel Erfolg mit deinem neuen Studioalbum.

00:23:27: Eine tolle Tour wünsche ich dir.

00:23:28: Vielleicht sehen wir uns in Stuttgart, in Leipzig oder in München.

00:23:31: Und bis bald.

00:23:33: Ich würde mich freuen.

00:23:34: Danke für die schöne Zeit.

00:23:36: Donau-Dreifem,

00:23:37: Matzes Plattenküche mit Matze Ehring.

00:23:41: Immer Dienstag ab zwanzig Uhr und Samstag

00:23:44: ab achtzehn

00:23:45: Uhr.

00:23:45: Präsentiert vom Tenchert

00:23:47: Immobilien, wir sind mit über dreißig Jahren Markterfahrung für euch

00:23:51: vor Ort.

00:23:52: www.tenchert.de.

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