#94 Matzes Plattenküche: Schiller-Kopf Christopher von Deylen über sein neues Album Euphoria
Shownotes
Christopher von Deylen spricht über Euphoria als bewussten Gegenentwurf zu einer zunehmend dystopischen Welt. Musik soll für ihn Raum schaffen, um für einen Moment auszusteigen, Gemeinschaft zu erleben und Euphorie zuzulassen – besonders auf dem Dancefloor, wo Herkunft und Haltung keine Rolle spielen.
Ein zentrales Thema ist sein Konzert in Kiew: Trotz Krieg tritt er dort auf, nicht aus Mutprobe, sondern aus Respekt vor der Willenskraft, dem kulturellen Stolz und der Kreativität der Menschen vor Ort. Musik kann den Krieg nicht beenden, sagt er – aber sie kann Hoffnung schenken und Kraft geben.
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00:00:01: Matzes Plackenküche bei Donau-Dreifem mit Matze-Iring.
00:00:09: Mit freundlicher Unterstützung von Tenchert Immobilien.
00:00:13: Die Blattenküche heute mit Christopher von Dylen von Hilla.
00:00:16: Er ist der Mann.
00:00:18: Er steckt hinter dem tollen Musikprojekt.
00:00:20: Das letzte Mal, als ich dich gesehen habe, hast du mir irgendwie erzählt, du hast jetzt die Koffer gepackt und willst aus Berlin irgendwie auswandern.
00:00:27: Du wolltest auf Wanderschaft gehen.
00:00:29: Ja,
00:00:29: das war eine Phase, die ich sehr ausgelebt habe in großer Leidenschaft.
00:00:34: Das war wirklich meine Sturm- und Wanderlustphase, wenn man das so nennen möchte.
00:00:39: möchte.
00:00:40: Ich habe sehr lange und sehr gerne in Berlin gelebt und habe versucht, auch die Stadt wirklich auszukunschaffen bis den letzten Winkel.
00:00:48: Und irgendwann hat man dann doch nichts wirklich Neues mehr entdeckt, war dann für einige Zeit sogar in Amerika und hat mir ein bisschen den Planeten von der anderen Seite des Globus angeschaut, kam dann wieder zurück und irgendwie hat es sich nicht richtig angefühlt, wieder in Berlin sesshaft zu werden und deswegen bin ich für einige Jahre um hier gezogen, nur mit zwei Koffern und einem kleinen Studio-Kit.
00:01:11: Und dann hat tatsächlich, im März, die Pandemie, mich dazu gebracht, mir ein neues Basislager zu suchen.
00:01:18: Und seitdem halte ich mich überwiegend südlich von Hamburg auf.
00:01:22: Das ist im Prinzip die Ecke, in der ich auch aufgewachsen bin.
00:01:25: Und hat da mittlerweile ein Studio, eine Frau, die ich geheirnete vor zwei Jahren und zwei Katzen.
00:01:31: Glückwunsch zu deinem neuen Studioalbum, auf das ich mich sehr gefreut habe.
00:01:36: Eine Doppel-CD gibt es ja in der heutigen Zeit auch immer weniger.
00:01:39: Bei Schiller war es immer schon so, wenn ein Studioalbum veröffentlicht wurde, war es, finde ich, immer was ganz Besonderes.
00:01:46: In diesem Falle sind es zwei CDs, eine Live-CD und eine, in Anführungszeichen, Studio-CD, eine normale Version.
00:01:53: Genau, ich habe versucht, so eine Momentaufnahme zusammenzubringen.
00:01:57: Es gibt auch ein ganz tolles Boxset, da sind dann noch zwei.
00:02:00: Blue Rays mit dabei, wird noch eine Picture-Disc-Venue, ein großformatiges Buch mit ganz vielen tollen Bildern und Fotos.
00:02:07: Also ich verstehe natürlich, dass man Musik auch gerne on the go, logischerweise hört via Streaming oder auch im Auto, aber ich finde es auch toll, wenn man nach wie vor zumindest anbietet Musik.
00:02:19: als Werk zu genießen und wirklich City-Zeit zu nehmen, um eben für eine Stunde, zwei Stunden, je nachdem, wie lange man sich damit beschäftigen möchte, wirklich einmal auszusteigen aus dem Alltag.
00:02:31: Das war immer schon wichtig, wie ich finde.
00:02:34: Und heute muss man ja schon fast sagen, nicht nur aus dem Alltag, sondern aus der gesamten Welt, die uns umgibt, denn die ist ja aktuell vollkommen verrückt geworden.
00:02:43: Und deswegen, finde ich, kommt Musik und Kunst generell eine noch größere Relevanz zu, das sowieso schon der Fall war.
00:02:50: Den ersten
00:02:50: Song, den wir von deinem neuen Studioalbum hören, ist natürlich Euphorie.
00:02:54: Und Euphorie ist ja eines dieser Wörter, die jeder kennt, aber kaum jemand bewusst beschreibt.
00:03:00: Wie würdest du Euphorie in Klang von Schiller übersetzen?
00:03:03: Ja, ich versuche das mal ganz kompakt zusammenzufassen.
00:03:06: Ich weiß nicht, ob es mir in der Kompaktheit gelingt.
00:03:09: Ich hab normalerweise immer versucht, die Stimmung, die uns umgibt, in Musik zu verdichten.
00:03:13: Das war ein neunziger Jahr natürlich die ausgelassene Spaßkultur, der Neunziger.
00:03:19: Alle waren gut drauf.
00:03:20: Das Leben war schön.
00:03:21: Wir waren im Club.
00:03:22: Wir waren auf der Love Parade.
00:03:23: Alles war easy.
00:03:24: Dann kam die Nullerjahre.
00:03:26: Da gab es dann Weltreise als zweites Studioalbum.
00:03:29: Da kam so ein bisschen so als ergänzende Bewegung, die Entschleunigung.
00:03:33: Alles wurde ein bisschen chilliger.
00:03:34: Man hat so ein bisschen Kraft getankt, um aber eigentlich auch wieder feiern zu gehen.
00:03:39: Dann gab es die Zwei-Tausend-Szenarjahre, in denen eigentlich so generell die ganze Welt Mikado gespielt hat, wer sich zuerst bewegt hat verloren.
00:03:47: Es ging also eigentlich darum, alles so zu lassen, wie es war.
00:03:50: Aber keiner wollte was wirklich beitragen.
00:03:52: Deswegen hat sich so eine gepflegte... Ja, noble, lange Weile irgendwie eingestellt und ich nehme da auch was meine Alben angeht, auch gar nicht so richtig davon aus.
00:04:01: Und jetzt habe ich das Gefühl, wenn ich ein Album wieder machen würde, um die Zeit um mich herum zu verdichten und zu spiegeln, müsste es eigentlich Dystopia heißen, weil es eben wirklich wahnsinnig wenig Momente gibt, wo man sagt, es gibt Licht, es gibt helle Momente, es gibt einfach etwas Schönes.
00:04:19: Und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, weil Angst natürlich ein sehr schlechter Ratgeber ist, das umzudrehen und im Prinzip eine Fantasiewelt zu kreieren, eben die Fantasiewelt von Euphoria, im Prinzip einen fortgesetzten Glücksmoment, in dem man eintauchen kann, um eben alles das, was uns außerhalb der Haustür sowohl der real existierenden als auch der Haustür in Form unseres Smartphones erwartet, dazu eben eine Parallelwelt anzubieten.
00:04:45: Der Mann Hinterschiller ist heute mein Gast in der Plattenküche, Christopher von Deilen.
00:04:50: Und der nächsten Song, den wir auch uns anhören, heißt Der Traum.
00:04:55: Und wenn man sich den Song anhört, taucht man sofort, finde ich, in eine ganz eigene Welt ein.
00:05:00: Christopher, welche Bilder hattest du beim Komponieren?
00:05:03: Tatsächlich lege ich seit einigen Jahren wieder auf als DJ, beziehungsweise ich habe überhaupt angefangen, als DJ aufzulegen.
00:05:11: Ich habe das ganz früher mal probiert, muss aber gestehen, dass ich wirklich an dem Konzept von Vinyl aufzulegen gescheitert bin.
00:05:20: Ich habe es trotz wirklich sorgfältigen Übens nicht hinbekommen, mit zwei Vinylplattenspielern zu arbeiten und damit war das Thema DJ für mich erledigt.
00:05:29: Ich habe dann über die Jahre so ein ganz bisschen DJs, die das konnten mit so einer Mischung aus Night und Missgunst betrachtet und habe immer gesagt, ja, ich würde es eigentlich auch gerne können, aber eigentlich will ich es gar nicht können und habe das also für mich nicht weiter erörtert.
00:05:44: und dann irgendwann natürlich auch durch den Fortschritt der Technik.
00:05:47: Mittlerweile ist eigentlich, ja, wenn man das vernünftig macht, als DJ aufzulegen, ist das so ein bisschen so wie im Studio zu arbeiten mit den entsprechenden technischen Möglichkeiten, die es da gibt.
00:05:56: Und ich konnte mich also wahnsinnig intensiv auf die eigentliche Musik konzentrieren.
00:06:00: Ich habe gemerkt, Das, wenn ich also meine Sets spiele, dass wirklich die Menschen auf der Tanzfläche eins werden.
00:06:08: Das habe ich zwar in einer Wagenerinnerung gehabt, von früher aber lange nicht erlebt.
00:06:13: Und jetzt, wenn wir wirklich gemeinsam... versucht die Nacht zum Tag zu machen und gemeinsam eben sich in eine Fantasiewelt träumt, habe ich dann versucht da zu den Soundcheck zu komponieren.
00:06:26: und deswegen heißt es Stück der Traum und die Textzeile ist auch sinngemäß, wir haben einen Traum.
00:06:31: Das heißt es ist im Prinzip Ausdruck der Gemeinsamkeit.
00:06:35: Zumindest der Gemeinsamkeit auf Zeit, denn auf dem Dancefloor sind wir alle gleich.
00:06:39: Egal wie du aussiehst, egal wo du herkommst, egal was du wählst, der Moment zählt.
00:06:44: Und ich finde, dass man doch diesem gemeinsamen Moment noch ein ganz bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken darf.
00:06:52: Kapiere ich das auch, denn wir werden heute Abend natürlich noch in der Sendung über dein Konzert in Kiev in der Ukraine sprechen.
00:06:58: Und ich habe das Konzert natürlich verfolgt und gesehen und habe mir gedacht, der Christopher steht alleine auf einer Bühne mit seinen ganzen Computern und seinen Keyboards und zwischendurch kamen bei dem Konzert Songs, die ja gar nicht von dir waren.
00:07:13: Und da dachte ich mir, was macht er jetzt?
00:07:15: Und jetzt ist mir aber klar, was du gemacht hast.
00:07:17: Ja, ich habe aufgelegt und das ist wirklich, das macht mir so ein Spaß, ich natürlich auch teilweise Bootlegs in eigener Sache produziere.
00:07:25: Ich habe für das Event in Kiev zum Beispiel einen Bootleg jetzt zwar nicht von mir, sondern von einem Stück von Hans Zimmer, von dem Film Interstellar produziert, der aber gar nicht dazu gedacht ist, veröffentlicht zu werden und auch von meinen eigenen Tracks Remixes gemacht, die ich nur wirklich für diese Hybridsetze nenne ich das, also eine Mischung aus wirklich DJing, aber eben auch Live-Performance, also Hybrid das Beste aus beiden Welten.
00:07:49: aufgenommen habe.
00:07:50: und das ist wahnsinnig spannend, weil man eben so den eigenen Tracks auch noch mal eine etwas andere Facette abgewinnen kann.
00:07:56: Ja,
00:07:57: die Plattenküche heute mit Christopher von Dylen und seinem aktuellen, seinem neuen Studioalbum Euphoria.
00:08:04: Das Cover, da musste uns bitte ein bisschen was dazu erklären.
00:08:07: Es ist Von den Farben her, grün-schwarz-rot gehalten, gelb die Umrandung.
00:08:12: Und ist das eine Tür, die da zu sehen ist?
00:08:16: Genau, es ist eine Tür.
00:08:17: Es ist eine rote, eine leuchtende Tür, die, wenn man so möchte, mit dem Schriftzug Euphoria oben drüber.
00:08:25: Ja, das Tor ins Land der Euphorie darstellen soll.
00:08:29: Da kann man sich natürlich überlegen, ist das jetzt ein Club?
00:08:31: Man kann dahinter auch ein paar Palmen sehen.
00:08:34: Oder ist es eine Tür in ein anderes Land, in eine andere Welt?
00:08:38: Es ist im Grunde genommen wie so eine Art, ja, kein Stargate, sondern ein Euphoria-Gate.
00:08:44: Oder schöner ist, man kann dann durch die Tür sieben Tage, sieben Nächte, vierundzwanzig Stunden am Tag natürlich gehen.
00:08:51: Sieben Nächte ist auch das Schlagwort.
00:08:52: Das ist die aktuelle Signal von dir.
00:08:54: diesem Album und ich habe mich sehr gefreut, denn Frieda Gold ist die Stimme.
00:08:58: Ja Alina, wirklich die Alina, eine großartige Künstlerin.
00:09:04: Man muss ja echt sagen, ich bin da auch ein bisschen genannt, weil ich auch über ein Zeitraum hinweg Frieda Gold immer so ein bisschen belächelt habe.
00:09:14: Ich dachte immer, na ja, das ist so Artpop.
00:09:17: Und hab das Gefühl auch ganz ehrlich gehabt, dass sie zwischendurch so ein bisschen an dem eigenen Anspruch vielleicht ein bisschen gescheitert sind, bis ich gemerkt habe, das ist ja... Bei mir selber ja auch so ist, es ist ja besser, einen Anspruch zu haben und vielleicht hier und da zu merken, da kann man noch was optimieren, als wenn man von vornherein das gar nicht erst macht und von vornherein einfach aufgibt und sagt, ach komm, ist egal, wir machen Schema F und dann wird schon gar die aktuelles Album, ihre aktuelle EP, das ist, sagen wir mal, für einen deutschen Künstler sehr ambitioniert und aber auch sehr authentisch ambitioniert.
00:09:56: Mit Alina habe ich und zwölf schon mal ein Stück aufgenommen.
00:10:00: Das haben wir beide aber so sehr über den Prozess genossen haben, des gemeinsamen Komponierens, haben wir dann im Massengrab der guten Absichten beerdigt, weil es irgendwie nicht so die Form angenommen hat, die wir uns gewünscht haben und haben es dann dabei bewenden lassen und haben uns im letzten Jahr wieder getroffen durch einen großen Zufall.
00:10:21: Und haben es noch mal probiert.
00:10:23: Und manchmal ist es ja, wenn man es zum zweiten Mal probiert, dann kommt auf einmal so eine organische Kinetik dort rein.
00:10:30: Und deswegen ist es tatsächlich innerhalb von sieben Tagen dieser Song sieben Nächte entstanden.
00:10:35: Das Coole
00:10:36: fand ich ja auch vor allem immer bei dir.
00:10:38: Du hast ja in der Vergangenheit... Künstlerinnen und Künstler gehabt, die jetzt nicht unbedingt im deutschsprachigen Raum, in den Charts, in den Hip-Raden, bei den Radissendern bekannt unbedingt waren.
00:10:48: Du warst da wirklich auch ein Kalentscout, der sich diese tollen Stimmen herausgesucht hat und aus den unterschiedlichsten Ländern.
00:10:55: Frieda Goll hat ja eigentlich einen Namen, ne?
00:10:57: Ja.
00:10:58: Ja, Frieder Gold hat einen Namen.
00:10:59: Genau, Alina hat einen wunderbaren Namen.
00:11:02: Und es gibt noch eine andere Band, die ich gerne erwähnen möchte ganz kurz.
00:11:06: Und zwar ist es Karakum aus Leipzig.
00:11:08: Leute, hört euch Karakum
00:11:10: an.
00:11:10: Das ist eine Techno-Band.
00:11:12: Das kann man sich gar nicht vorstellen.
00:11:13: Eine Techno-Live-Band.
00:11:14: Die spielen Live Techno.
00:11:16: Und das ist großartig.
00:11:18: Es ist mit Gesang, mit Schlagzeug, mit Gitarre, mit Zündhies.
00:11:21: Und die kommen aus Leipzig.
00:11:22: Sie sind doch ganz jung, sind am Anfang.
00:11:25: Und die habe ich auf dem Festival gehört, irgendwann morgens um zwei.
00:11:28: aber und war gefesselt und wir haben zwei Songs zusammen aufgenommen.
00:11:32: Also Frieda Gold, alles toll, wunderbar, natürlich auch alle anderen Künstler, aber Karakum ist wirklich ein Geheimtipp.
00:11:39: Sucht sie auf Spotify, sucht sie im Netz und hört sie euch an.
00:11:42: Ja,
00:11:43: zu Gast heute in der Blattenkücher Christopher von Dylen mit seinem wunderbaren Musikprojekt Schiller.
00:11:48: Es gibt natürlich Schiller nicht nur jetzt auf Venyl und in der Blu-Ray Version und in der CD und Weinal.
00:11:54: und nein, es gibt auch Schiller live zu sehen.
00:11:57: Es steht die Arena Tour im Mai an, los geht's in Leipzig und dann im Süden ist er in Stuttgart zu sehen.
00:12:03: Da freuen wir uns sehr drauf.
00:12:04: Du hast gerade angesprochen, die Band aus Leipzig, die Technoband, die live musiziert.
00:12:09: Ich kann mich noch erinnern damals.
00:12:10: Bei den Anfängen von Schiller war es ja auch so.
00:12:13: Ihr hattet live Musiker, alleine dieses E-Tram-Plagzeug und der unglaubliche Drama, der mit euch dabei war.
00:12:22: Kommt denn sowas wieder?
00:12:23: Oder wird das jetzt auch in der Arenatur in Anführungszeichen, wie du es schon angesprochen hast, eine etwas reduziertere, aber dann mit DJ Show von Christopher von Deylen?
00:12:33: Das
00:12:33: versuche ich auf jeden Fall zu trennen.
00:12:35: Das heißt, die Arenatur wird genau wie unsere ganzen Open-Air-Konzerte, die wir auch im Sommer spielen werden, im Sommer XXVI.
00:12:42: und auch XXII.
00:12:43: Das wird also, wenn man so will, hundertprozent live sein.
00:12:47: Wir arbeiten mit dem fantastischen Schlagzeuger aus der Schweiz zusammen.
00:12:50: Es ist ein Multisport.
00:12:51: Seiteninstrumentalist dabei, der also Gitarre, Bass und noch ganz viele andere, teilweise exotische Instrumente spielt.
00:12:58: Es werden auch Gastkünstler vom neuen Album mit dabei sein.
00:13:01: Das ist doch eine kleine Überraschung.
00:13:03: Wir arbeiten noch daran, das alles so aufzubereiten, dass wir das dann am Blog ankündigen können.
00:13:08: Es wird auf jeden Fall im Grunde genommen das sein, was man musikalisch von Schiller, wie ich finde auch zu Recht gerade in diesem Rahmen, musikalisch erwartet.
00:13:17: Natürlich ergänzt um eine spektakuläre Laserinstrumente, die wir mitnehmen werden.
00:13:22: Und so möchten wir also versuchen, zusammen mit dem Surround Sound, den wir auch aufbauen werden.
00:13:27: Das heißt, der Klang wird also von allen Richtungen auf das Publikum perlen.
00:13:33: Und das wird ein ganz tolles Erlebnis werden.
00:13:34: Freu ich mich sehr drauf.
00:13:35: Man sagt ja immer, die Künstlerinnen und Künstler in der heutigen Zeit verdienen leider kein Geld mehr mit, leider muss ich sagen, mit den CDs und mit den Songs, die sie herausbringen, mit Live.
00:13:46: Wenn man jetzt aber ... So eine Arenatur plant wie Schiller, wie du gerade erzählt hast, mit den Ausmaßen, Dolby's Around, Laser, das neuste vom neuesten.
00:13:56: Die Technik, die da drin ist und da steht, das Visuelle, das ist ja wahrscheinlich, was das Geld angeht, bezahlbar.
00:14:03: Es ist wahnsinnig teuer und es ist auch eigentlich, wenn man das so nennen möchte, wenn ich jetzt BWL'er wäre, was ich ja nicht bin, sehr unvollumpfdich.
00:14:12: Wenn man es also unter der reinen Profitmaximierung betrachten würde, dann ist das etwas, was man sicherlich gar nicht so machen sollte mit dem Aufwand.
00:14:22: Aber ich bin ja auch Künstler und bei diesen Entscheidungen gewinnt natürlich immer der Künstler in mir, weil ich für mich etwas Schönes machen möchte.
00:14:31: Ich möchte aber natürlich auch dem Publikum etwas Schönes bieten.
00:14:34: und einen unvergesslichen Moment.
00:14:36: Und du hast vollkommen recht, der der CD-Markt ist ja praktisch nicht mehr existent und durch das Streaming.
00:14:42: Ja, hat sich eben natürlich auch das Kräfteverhältnis wahnsinnig verschoben.
00:14:47: Wenn du zu den Künstlern gehörst, die im Prinzip ja dauerhaft international, thirty- acht Milliarden, Millionen Fantastiliaden Streams irgendwie haben, dann ist das schon etwas, was sich vermutlich rechnen wird.
00:14:58: Wenn man aber so im gesunden Mittelfeld im Prinzip mitschwimmt, da muss man schon gucken, wie man irgendwie das alles zu einem vernünftigen Modell irgendwie bringt.
00:15:07: Aber was soll ich machen?
00:15:09: Ich versuche generell für mich auch einen kleinen Fußabdruck zu haben, solange meine Katzen vernünftiges Katzenfutter kriegen.
00:15:16: Und ich will bei meiner Frau vielleicht mal alle vier Wochen essen gehen kann, reicht mir das.
00:15:19: Ich brauche keine goldene Wasserhähne.
00:15:22: Und deswegen ist es für mich eigentlich im Zweifel immer für die Kunst.
00:15:27: Und deswegen bin ich da.
00:15:30: Schon natürlich, gerade nach der Pandemie, das wirst du auch schon aufgehört haben, haben sich gewisse Preise gerade für das, was man nicht sieht.
00:15:36: Transporte, Unterbringung, Energie, das ist ja alles wahnsinnig teuer geworden.
00:15:41: Dennoch werden wir dieses Wagnis eingehen mit Euphoria und der Tour und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn sich das entsprechend auch durch euphorische Abende dann entsprechend manifestieren würde.
00:15:52: Ich kann euch sagen, willkommen im Glück.
00:15:54: Und das ist der nächste Song, den wir uns anhören.
00:15:56: Und so wird es euch auch gehen, wenn ihr die Arena Tour mit Schiller XXVI besuchen werdet in Deutschland.
00:16:03: Die Blattenküche heute mit Christopher von Dylen.
00:16:05: Ich freue mich sehr, dass du heute Zeit hast.
00:16:07: Ich hab natürlich von der Blattenfirma gehört.
00:16:09: Es gibt ein neues Schilleralbum.
00:16:11: Ich hab, weil wir auf Facebook befreundet sind, dann natürlich dir privat geschrieben.
00:16:14: Du hast geantwortet.
00:16:15: Und dann hast du mir gesagt, Matze, na klar, machen wir das Interview, stelle ich gerne vor.
00:16:20: Aber diese Woche habe ich Stress, denn ich bin diese Woche in der Ukraine in Kiev.
00:16:24: Und was mache ich da?
00:16:26: Ich hatte ein Konzert an dem Abend.
00:16:27: Und das ergibt bitte, was ist los?
00:16:29: Dann habe ich das verfolgt und dann sind mir natürlich Tausend Fragen eingefallen.
00:16:35: Und diese möchte ich in dieser Stunde gerne mit dir abarbeiten, weil das unglaublich ist und weil das toll ist, dass du das gemacht hast.
00:16:41: Erst mal Glückwunsch zu dieser Entscheidung.
00:16:43: und wie kann man in einer in einem Kriegsgebiet ein Konzert geben.
00:16:48: Schau, Mats, ich bin dir sehr dankbar, dass du das so ansprichst und ich versuche, das mal Worte zu fassen.
00:16:55: Also erst einmal verstehe ich jeden, der sich die Augen reibt und der sagt, da passt doch was nicht zusammen, das stimmt doch was nicht.
00:17:04: Alle sagen, da ist Krieg und wir haben hier in unserem Alltag gewisse Einschränkungen, die damit begründet werden, dass man der Ukraine helfen muss.
00:17:15: Und wenn der da hinfährt und dann Konzert gibt, dann kann es ja so schlimm nicht sein.
00:17:19: Man muss natürlich unterscheiden zwischen Krieg und Krieg.
00:17:22: Es ist natürlich nicht so, dass aktuell in Kiev die Schützenpanzer auf und abfahren.
00:17:26: Das war zwar vor vier Jahren der Fall, aber aktuell ist es nicht der Fall.
00:17:29: Dennoch ist natürlich durch die Stromausfälle, durch das permanente Bombardement in Kiev trotzdem der Krieg jeden Tag und vor allen Dingen auch jede Nacht spürbar.
00:17:41: habe ich per se vor so etwas keine Angst.
00:17:44: Ich kann das auch gar nicht beschreiben, warum das so ist.
00:17:47: Wenn man Angst hat, soll man das nicht machen, muss man zu Hause bleiben.
00:17:49: Das ist nichts, wo man sich selbst zu einer Mutprobe überreden sollte.
00:17:54: Andererseits, wenn man diese Angst nicht verspürt, kann man sie sich auch nicht einreden.
00:18:00: Das heißt, wenn jemand sagt, aber hast du denn keine Angst?
00:18:02: Du musst doch da auch Angst haben.
00:18:04: Und man hat die aber einfach nicht.
00:18:06: Dann schaffen es doch andere nicht, dich davon zu überzeugen.
00:18:09: Und du sagst, na gut, du hast recht.
00:18:11: Ich habe Angst.
00:18:12: Also das ist erstmal eine Grundvoraussetzung, dass man da angstfrei hinpäht.
00:18:16: Was nicht heißt, dass man unvorsichtig ist, natürlich.
00:18:18: Natürlich sind wir achtsam, wenn die R alert, also die App, die jeder auf seinem Telefon dort hat, los schlägt und sagt, es gibt Luftalarm, dann guckt man erstmal, was für eine Art Alarm ist es, kommen Drohnen, Raketen, kommen Beides.
00:18:33: und dann entscheidet man, gehen wir in Keller, gehen wir nicht in Keller.
00:18:36: Denn wenn die Drohnen kommen, dann dauert das Stuhn, bis man weiß, was Phase ist, weil die so langsam fliegen.
00:18:41: Dann sagt man meistens, ach komm, lohnt sich nicht, das würden wir irgendwie hinkriegen, das überleben wir.
00:18:46: Wenn die Raketen kommen, dann dauert das meistens nur zehn Minuten, weil die Vorwarnzeit zu kurz ist, weil die halt so schnell fliegen.
00:18:53: Dann würde man schon gucken, ob man in die nächste U-Bahn geht, weil natürlich der Raketen-Einschlag schon auch echt kawum machen kann.
00:18:59: Also das ist erstmal etwas, was jeder für sich beantworten muss.
00:19:02: Und ich war das vierte Mal jetzt da während des Krieges.
00:19:06: Ich habe das für mich schon am Anfang so beantwortet, dass ich damit keine Sorge habe, keine Angst habe.
00:19:11: Das Zweite ist, und das ist das, was noch viel schwerer zu transportieren ist, gerade wenn man wieder nach Hause kommt.
00:19:17: Die Menschen vor Ort haben einen Willenskraft, einen Siegeswillen und eine einen Drang ihr Land, ihre Kultur, ihre Freiheit zu schützen, der uns sehr fremd ist.
00:19:34: Das heißt, wir neigen ja dazu, alles ein bisschen zu problematisieren und selbst auch vielleicht als, ja, wir sind an einem Schuld, das ist alles so schwierig.
00:19:43: Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
00:19:44: und der Ukraine hat aber im Schnitt eine Ein Nationalstolz, das meine ich gar nicht jetzt auf eine Art und Weise, die man vielleicht unappetitlich finden kann, sondern hat einen ganz organischen Stolz auf seine Kultur, auf seine Musik, auf seine Sprache, auf seine Geschichte, die es eben ganz organisch werden lässt, dass man die nicht einfach hergibt, weil es vielleicht bequemer ist.
00:20:09: Natürlich, wenn man die Warte hat zwischen Frieren im Bunker ohne Strom und zu sagen, ach komm, dann geben wir doch einfach den Haustürschlüssel vorne ab.
00:20:17: Und dann wird eine andere Flagge auf Maidan, aber wir haben wieder Strom.
00:20:21: Das könnte man ja so machen.
00:20:22: Aber das machen die Menschen dort nicht.
00:20:23: Und diese Resilienz und gleichzeitig diese Schaffensdrang.
00:20:28: Gerade im Kunstbereich etwas Neues zu probieren, trotz der Widrigkeiten.
00:20:33: Das Event, was wir wieder auf die Beine gestellt haben, es war ein riesengroßer Hangar mit einer unfassbar großen Licht- und Laserinstallation.
00:20:40: Da würde sogar ich...
00:20:41: Da sprechen wir gleich drüber.
00:20:42: Wir wollen natürlich auch noch Musik von dir hören, aber jetzt erstmal leer...
00:20:45: Klär den Lühn, Lühn heißt Mond, genau, ja.
00:20:47: Da war das ja auch, glaube ich, vollmond der Ukraine, ne?
00:20:51: Ja.
00:20:51: Dann passt's ja.
00:20:53: Die Plattenküche heute mit Christopher von Dylen und wir sprechen über das Konzert, das er gegeben hat vor ein paar Wochen in Kiev, in der Ukraine.
00:21:01: Unglaubliche Idee dieses Konzert und vor allem auch dieses Album dann dort zu präsentieren.
00:21:06: Ich habe, wie gesagt, das Konzert gesehen über ein Laptop und... Die Menschen, die Fans, die Gäste waren alle weiß angezogen.
00:21:14: Also es war ein unglaublicher Bühne, auch weil die wieder auf die Beine gestellt haben.
00:21:17: Es ist wirklich ganz fantastisch, was das gesamte Team vor Ort noch geleistet hat.
00:21:21: Und alles wohl gemerkt mit großen Generatoren, weil nicht genug Strom da war.
00:21:26: An dem Tag selber waren auch in ganz Kiew der Strom weg.
00:21:29: Also sogar die U-Bahnen sind nicht gefahren.
00:21:32: Die Menschen mussten also gucken, wie sie überhaupt dorthin kommen.
00:21:35: zu dem zu dem event waren alle in weiß angezogen haben sich auch alle dran gehalten.
00:21:39: da gab es auch kein gemäcker und kein ich will aber nicht alle haben wirklich wie wie bei dem wenn man ausführungen zu der traum vorhin beschrieben haben wirklich gemeinsam.
00:21:48: es waren fünf tausend menschen und wir haben wirklich gemeinsam diese atmosphäre dort genossen und ich muss sagen das bin ich vorhin von der willenskraft und von der gestaltung macht die dort herrscht gesprochen habe.
00:22:01: ist es hier in deutschland manchmal so dass ich das Gefühl habe, die Menschen machen unbezahlte Überstunden, um dir zu erklären, warum etwas nicht geht.
00:22:12: Und wenn du aber versuchst, etwas Neues zu machen, etwas anderes zu machen, auch vielleicht ein Wagnis einzugehen, dann ist komischerweise schon Mittwoch Nachmittag, alle gehen ins Wochenende oder machen ein Burnout oder haben keine Lust.
00:22:25: Und das finde ich eben dort für mich Wahnsinnig faszinierend, weil es für mich wirklich so komisch es klingt ins Kriegsgebiet zu fahren, um die Akkus aufzuladen.
00:22:35: Aber ich lade da meine Akkus auf in der Ukraine, weil eben diese, weil du wirklich umgeben bist, eingebettet in einfach diese Willenskraft.
00:22:43: Und man muss noch als letztes Wort dazu wissen, dass wenn natürlich fünf Minuten nach Konzertbeginn der Luftalarm kommt, dann ist ja vorbei.
00:22:51: Das heißt, dann hat man alles umsonst aufgebaut, alles ist umsonst gekommen, dann ist es fertig.
00:22:55: Dann kann man hoffen, dass es eben nur eine Rakete ist und es nur zwanzig Minuten dauert, bis es entweder Karo macht oder nicht und dann kann man weiter feiern.
00:23:03: Es kann aber auch sein, dass es Stundenlangluftalarm ist und dann darf man eben nicht.
00:23:08: dann muss die Veranstaltung unterbrochen werden und dann fallen alle nach Hause und es war halt nix.
00:23:12: Das wissen aber alle und dass sich allein darauf alle einlassen, dass sich auf dieses Wagnis alle einlassen und trotzdem so ein gigantisches Headort aufbauen, das finde ich bemerkenswert und wirklich unglaublich inspirierend.
00:23:28: Es
00:23:28: gab Bilder, es gab Selfies natürlich, die Fans, Mädels zum Teil, die hatten Tränen in den Augen, weil ich kann mir das vorstellen, die hast du mitgenommen mit Deiner tollen Musik und hast sie wirklich auf tolle Gedanken gebracht und mal weg von alledem, was leider dort passiert.
00:23:44: Wie läuft das ab?
00:23:45: Ihr müsstet ja da wahrscheinlich... ganz anders planen wie logischerweise in keinem Kriegsgebet.
00:23:50: Das ist richtig.
00:23:51: Ich muss dazu sagen, dass ich da kein Geld verdienen möchte.
00:23:54: Ich habe das also umsonst gemacht.
00:23:56: Es gibt einen Veranstalter dort, eine Veranstalterin, die also auch im letzten Jahr schon ein großes Open-Air-Event mit mir gemeinsam geplant hat.
00:24:05: Das meiste wird gespendet an verschiedene Einrichtungen, die sich um Veteranen kümmern, die im Prinzip Familie unterstützen, wo die Männer nicht zurückgekehrt sind.
00:24:15: gibt es ja ganz, ganz viele, wenn man das so nennen möchte, Charities.
00:24:19: Das heißt, es wird vor jedem Event eine große Versteigerung.
00:24:22: Ich habe ganz viel seltene Vinyl und seltene Collector-Items mitgenommen, die also dann vorher versteigert worden sind.
00:24:29: Ich habe, wie gesagt, selbst kein Geld daran verdient.
00:24:32: Das würde mir gar nicht einfallen, das irgendwie zu machen.
00:24:36: Es wurden Tickets verkauft.
00:24:37: Klar, vorab auch verschiedene Kategorien, im Prinzip so, als wenn kein Krieg wäre.
00:24:42: Es gab einmal so eine Art VIP-Bereich.
00:24:44: Da gab es noch ein paar Häppchen und ein Prosecco, dann gibt es im Prinzip einen, wenn man so will, normalen Dancefloor-Bereich.
00:24:50: Und es gab doch Meet & Greets, die auch mit dabei waren, aber es ist so, dass im Prinzip alle, die das machen, natürlich erst mal froh sind, dass sie einen Job haben.
00:24:58: Da haben ja hunderte von Menschen mitgearbeitet.
00:25:00: Das heißt, allein das ist natürlich schon etwas wert, dass man diese Menschen alle beschäftigen kann.
00:25:08: Das ist ja etwas, das darf man ja nicht vergessen, die hätten ja sonst keinen Job.
00:25:12: Und deswegen ist allein das für mich schon etwas, weswegen ich da wahnsinnig gerne hinfahre.
00:25:18: Ich sehe mich da weniger als einen, was mal, als Samariter oder als jemand, der jetzt da großmütig hinfährt und im übertragenen Sinne Bonbons verteilt in Form von Musik, sondern mir ist es für mich selber, wie gerade eben beschrieben, ein Anliegen, um mich eben mit dieser Willenskraft zu umgeben.
00:25:34: Und ich finde es ganz toll, dass natürlich man auf eine ganz kleine, wirklich eigentlich im großen und ganzen Jahr unbedeutende Art und Weise dennoch aber emotional den Menschen zeigen kann, dass sie nicht ganz vergessen worden sind.
00:25:50: Ich kann kein Krieg beenden, ich kann die Welt nicht verändern, weder hier noch dort, auch sonst irgendwo.
00:25:55: Aber den Menschen, die einfach das Jahr Tag ein Tag aus erleben, weißt du, ich fahre dahin, erlebe meine Dinge und fahre nach Hause.
00:26:03: Ich denke zwar jeden Tag an die Ukraine, aber ich bin ja nicht vor Ort.
00:26:05: Aber die Menschen sind ja seit jetzt vier Jahren, ist ja deren Alltag.
00:26:09: Und das ist natürlich eine schöne, wenn man so mit Leiterscheinung, dass man den Menschen ein ganz bisschen Glück geben kann.
00:26:17: Eine populäre Künstlerin in der Ukraine ist Julia Sanina und sie hat zusammen mit dir auf dem aktuellen Album ein Song gemacht.
00:26:25: Der Song heißt My Silence und den hören wir uns jetzt an.
00:26:28: Christopher von Dylen von Schiller ist heute mein Gast in der Blattenküche.
00:26:34: Wir haben eben den Song My Silence mit der ukrainischen Sängerin Julia Sanina gehört.
00:26:40: Christopher, wie bist du auf Julia aufmerksam geworden?
00:26:43: Wo hast du sie getroffen?
00:26:44: Ja, wie immer, ein unfassbar großer Zufall.
00:26:47: Ich war in der Ukraine.
00:26:52: Und der damalige Promoter vor Ort, dessen Tochter arbeitet als Bookerin beim Wackenfestival.
00:27:00: Also beim Wacken Heavy Metal Festival.
00:27:03: Und die wiederum hat die ukrainische Band The Hard Kiss auf das Wackenfestival gebucht.
00:27:09: und fragte mich, ob ich einen Remix machen könnte.
00:27:12: Ein Schiller-Remix von einem der neueren Tracks von The Hardkiss.
00:27:16: Also bin ich nach Wacken gefahren.
00:27:17: Das musst du dir vorstellen.
00:27:19: Ich bin an einem Donnerstag nach Wacken gefahren, habe mich festgefahren und musste vom Acker irgendwie noch abgeschleppt werden, um am nächsten Abend auf der Nature One aufzulegen.
00:27:29: Das war wirklich ein sehr interessantes musikalisches Wechselbad.
00:27:33: Und da habe ich Julia kennengelernt.
00:27:35: Und wir haben sofort gesagt, ja, den Remix machen wir irgendwann, aber wir müssen was.
00:27:39: und ich finde ja... Das ist die ukrainische Sprache, die ist ja eher dem polnischen Verwand.
00:27:44: Das ist ja gar kein russisch.
00:27:45: Alle denken immer, das ist dasselbe russisch-ukrainisch, nur weil es auch kiralische Buchstaben sind.
00:27:49: Aber es ist eine völlig andere Sprachstam.
00:27:52: Und wir haben dann gesagt, es muss auf ukrainisch sein, weil das eben ganz anderer Klang und eine ganz andere Phonetik auch ist.
00:27:59: Und dann haben wir dieses Stück zusammenkomponiert, was wir dann um es irgendwie auch definierbarer zu machen, My Silence genannt haben, also mit einer englischen Titelzeile.
00:28:07: Wir waren damit sogar schon beim ZDF-Morgengag in China, und dann ist er live gespielt vor einiger Zeit und ich bin sehr happy, dass das dazu gekommen ist.
00:28:15: Du bist ja schon seit ... ... oder ... ... großer Fan von der Ukraine.
00:28:20: Woher kommt diese Liebe?
00:28:22: Also, man darf ja nicht vergessen, die Ukraine, wenn man die Bilder im Fernsehen sieht, da denkt man, ach, die Häuser sehen so anders aus, zu sprechen, alle so komisch, das ist ja irgendwie ganz weit weg.
00:28:31: Ich kann sagen, wenn du morgens um fünf Uhr in Berlin mit dem Auto losfährst, dann bist du mitten nach den Kiev.
00:28:36: dasselben Tag ist aber.
00:28:38: Das heißt, das ist ein Land, was uns kultureller viel näher ist, als man das vielleicht eigentlich denkt und wahrhaben möchte.
00:28:46: Und diese Mischung aus einem unglaublichen wie eben auch schon erwähnt, stolz auf die eigene musikalische Kreativität, auf die eigene Identität, auch auf die traditionellen Teil der Musik und gleichzeitig aber eine wahnsinnige Aufgeschlossenheit bezüglich der moderne, moderne Sound, moderner Technik.
00:29:05: Ich war viermal in der Ukraine, ich habe kein einziges Mal auch nur einen einzigen Geldschein irgendwie gewechselt, weil alles dort digital geht, ist es also wahnsinnig aufgeschlossen und wahnsinnig modern.
00:29:15: Und das ist etwas, was mich in Kontrast sowohl Zueinander, aber auch ein bisschen zu unserer Welt.
00:29:22: Wahnsinnig fasziniert.
00:29:23: Memories
00:29:24: of Beyond.
00:29:24: Hier ist Schiller in der Plattenküche auf Dona III FM.
00:29:28: Ja, unglaubliche Geschichten heute von Christopher von Dylen in der Plattenküche von Schiller.
00:29:33: Das Konzert in Kiew, in der Ukraine.
00:29:37: Was ganz Besonderes für ihn und für die Gäste, die Fans, die da waren.
00:29:42: Ab wann merkt man, wenn man jetzt durch die Ukraine fährt?
00:29:46: Ja, jetzt verändert sich schon alles ein bisschen.
00:29:48: Also man merkt es eigentlich nicht in der Form, dass je weiter man nach Osten fährt, desto mehr merkt man den Krieg.
00:29:57: Es ist so, dass es aber in solchen Ländern, die in so einem Stadium sind, ganz normal, dass es alle hundert, alle hundertfünfzig Kilometer gibt es sozusagen festinstallierte Streckenkontrollen.
00:30:07: Da muss man eben passkurs vorzeigen.
00:30:09: Manchmal wird man auch durchgewogen, je nachdem.
00:30:11: Also im Prinzip so ein Checkpoint würde man das vielleicht nennen.
00:30:14: Das ist aber alles unkompliziert.
00:30:16: Und man sieht natürlich, So sehr sie bemüht sind, alles das, was kaputt geht, sofort wieder aufzubauen, wird nicht einfach stehen gelassen, sondern es wird ja praktisch, wenn eine Tankstelle in Brand geschossen wurde, dann ist sie am übernächsten Tag, ja, dann vielleicht mit Holzbrettern vor den Fenstern aber wieder im Einsatz, sodass man also eigentlich auch von den Spuren des Krieges kaum etwas merkt, weil das eben sofort weggeräumt wird, sofort repariert und renoviert wird.
00:30:45: Also eigentlich, Kiew, wenn man auf die Karte guckt, ist ja schon relativ weit im Osten.
00:30:50: Dieses wirklich enorm großen Landes.
00:30:52: Wenn man von Kiew dann weiterfahren würde, weiter Richtung Osten, nach Karkiv, ein Teil des Teams, das auch die Film gemacht hat, kommt aus Karkiv.
00:31:00: Und da ist dann schon so, dass man, ja, da würde man dann schon ein bisschen mehr merken.
00:31:05: Oder in Odessa, ein klangvoller Name.
00:31:08: Aber da ist natürlich schon so das... Da muss man dann schon genau gucken, wann man da wie hinfährt.
00:31:14: Jetzt ist Bromo angesagt, dann natürlich im Mai die Arena-Tour.
00:31:18: Wie geht es mit dem Projekt Schiller und Christopher von Dylen im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni,
00:31:27: im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im Juni, im.
00:31:41: Das
00:31:41: kann
00:31:42: man auf jeden Fall genau, das ist im Hochsommer dann der Fall.
00:31:44: Ich werde ganz oft auflegen und worauf ich mich besonders freue ist, dass ich mir vorgenommen habe nach diesem Album regelmäßiger neue Tracks zu dropen.
00:31:56: Das heißt nicht wieder zwei Jahre zu warten bis dann ein neues Album womöglich Form annimmt und dann so langsam die vor Absingle zu lesen werden, sondern ich möchte eigentlich etwas engmaschiger und Checks veröffentlichten auch mit betollen Kollaborateur, Gastkünstlern.
00:32:14: Und das ist eigentlich so ein bisschen ein Schiller, zwei Punkt Null oder drei Punkt Null, je nachdem, wie man die Zahlen definieren möchte, womit ich dann dieses Jahr starten möchte.
00:32:25: Ein Dräumchen, lieber Christopher, dir... Viel Glück für alles, was du in die Hand nimmst.
00:32:29: Bleibt gesund, das ist auch sehr wichtig.
00:32:31: und viel Freude weiterhin bei deiner Arbeit.
00:32:33: und zum Abschluss der siebte Himmel.
00:32:35: Vielen Dank für das tolle Gespräch.
00:32:37: Danke, Matze und einen kurzes Wort noch.
00:32:39: Es ist bei dir wirklich ein bisschen wie nach Hause kommen.
00:32:41: Wir kennen schon so lange und ich bin so froh, dass es eine Sendung noch gibt und dass du das genauso machst wie immer.
00:32:48: Ich finde es toll, dass man auch mal ein bisschen länger als zehn Sekunden ein Soundbite irgendwie absondern darf.
00:32:54: Bei dir, das finde ich großartig.
00:32:56: Danke dafür.
00:32:56: Bewahl dir das bitte.
00:32:57: Danke für die Einladung.
00:32:58: Danke fürs Zuhören.
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